
Eisenbergwerk Herznach: Eine Zeitreise in den Berg
Anfangs des 20. Jahrhunderts führte die geologische Prospektion auf Eisenvorkommen im Fricktal zur Erschliessung einer Lagerstätte von 30 Millionen Tonnen Erz im Gebiet Herznach – Wölflinswil. Im Jahr 1937 begann der untertägige Bergwerksbetrieb.
Das Erz war vor rund 160 Millionen Jahren entstanden, als sich ein ausgedehntes Meer über den Bereich der heutigen Nordwestschweiz erstreckte. Der damals erhöhte Eisengehalt im subtropischen Schelfmeer führte zur Anreicherung von Eisenhydroxid („Rost“) im Bodenschlamm, der sich danach zur rund 3m mächtigen erzhaltigen Gesteinsschicht („Flöz“) verfestigte. Mit rund 33% Eisengehalt verharrte das Erz allerdings an der Grenze wirtschaftlicher Verwertbarkeit. Zudem blieb sein hoher Gehalt an Phosphor- und Schwefelverbindungen für die Stahlqualität eine Hypothek. Der Bergwerksbetrieb endete 1967.
Nach einem Dornröschenschlaf konstituierte sich 2004 der „Verein Eisen und Bergwerke“, um statutengemäss „die Geschichte des Eisenerzbergbaus … mit der Geologie … bewusster zu machen …“. Dank beherzter Fronarbeit aktiver Mitglieder kann das Publikum heute wieder gefahrlos in den Berg. Und auf diesem Weg in den felsigen Untergrund eröffnet sich den Besuchenden mit dem Einblick in den historischen Eisenbergbau auch eine erlebnisreich faszinierende Zeitreise in die geologische Vergangenheit. Unterschiedliche Gesteinsschichten mit formenreichen Versteinerungen erwecken als zwar stumme Zeugen bildhaft die Lebensräume längst vergangener Zeiten.
Bergwerkführung mit Gerhard Hirt und André Lambert (Verein Bergwerk Herznach)